SMI lässt die Wall Street hinter sich
Die Schweizer Börse SIX in Zürich erlebt einen fulminanten Jahresstart. Anstelle eines ruhigen „Dry January“ dominiert an der SMI-Front ausgelassene Euphorie. Während sich die US-Börse mit Unsicherheiten rund um Deepseek und Nvidia auseinandersetzt, kennt der Swiss Market Index (SMI) nur eine Richtung: aufwärts.
SMI startet mit Rekordgewinnen ins Jahr
Der Index der zwanzig bedeutendsten Schweizer Unternehmen hat im Januar bereits 9 Prozent zugelegt. Sollte es keine plötzlichen Korrekturen geben, dürfte dies der stärkste Jahresauftakt seit seiner Einführung 1988 sein. Besonders im Vergleich zu den USA zeigt sich die Stärke des SMI: Der S&P 500 hat im selben Zeitraum lediglich um 3,5 Prozent zugelegt.
Die grössten Gewinner: Richemont, UBS und Logitech
Die Aktie von Richemont hat sich mit einem satten Plus von 30 Prozent als Spitzenreiter etabliert. Unerwartet positive Quartalszahlen haben das Vertrauen in den Luxusgüterhersteller beflügelt. Auch die UBS profitiert mit einem Anstieg von 16 Prozent von der robusten Stimmung im Bankensektor. Logitech, mit einem Marktwert von „nur“ 15 Milliarden Franken, konnte ebenfalls mit 20 Prozent Zugewinn überzeugen.
Partners Group, Lonza und Roche stehen im soliden Mittelfeld, während Geberit und Kühne + Nagel das Schlusslicht bilden. Doch ein drastischer Absturz blieb bislang aus – kein SMI-Titel musste erhebliche Verluste hinnehmen.
Ein starker Jahresauftakt als Vorbote für 2025?
Die historische Entwicklung spricht für ein positives Gesamtjahr: In 16 von 19 Fällen folgte auf einen starken Januar ein ebenso erfolgreiches Jahresende. Selbst ohne Berücksichtigung des Januars blieben die Monate Februar bis Dezember in nur vier Fällen im Minus.
Eine der wenigen Ausnahmen war 1994, als steigende Zinsen nach einem positiven Jahresauftakt die Börse ins Wanken brachten.
Januar-Effekt: Finanzlegende oder Fakt?
Der sogenannte Januar-Effekt ist in der Finanzwelt bestens dokumentiert: Häufig zeigt sich der Jahresbeginn an der Börse stärker als der Rest des Jahres. Experten erklären dies mit verschiedenen Faktoren: Institutionelle Investoren erhalten frische Kapitalzuflüsse, während Privatanleger Neujahrsvorsätze umsetzen und verstärkt investieren.
Zudem spielt das sogenannte „Window Dressing“ im Dezember eine Rolle: Fondsmanager bereinigen ihre Portfolios für eine bessere Jahresbilanz und kaufen im Januar oft erneut ein, was die Kurse zusätzlich antreibt.
Ob sich der positive Trend durch das ganze Jahr zieht oder baldige Korrekturen folgen, bleibt abzuwarten. Doch eins ist sicher: Die Schweizer Börse hat 2025 mit voller Kraft begonnen.
